Was bewegt BW? Wir frag(t)en das Ländle! 

27. Oktober 2026

Was beschäftigt Menschen, die sich in Baden-Württemberg vor Ort engagieren? Was hilft ihnen, dranzubleiben? Und wo können sie sich gegenseitig unterstützen? Diesen Fragen sind wir bei unserer digitalen Vernetzungsveranstaltung „Was bewegt BW? Wir fragen das Ländle!“ am 29. September nachgegangen. Dafür kamen Menschen verschiedenster Hintergründe (Zivilgesellschaft, Kommunen, …) zusammen, um Einblicke in ihre Arbeit zu geben, Erfahrungen zu teilen und neue Kontakte zu knüpfen. 

Wer ist eigentlich dabei? 

Mehr über die unterschiedlichen Hintergründe und Themen der Teilnehmenden war bereits vor der Veranstaltung auf unserer digitalen Pinnwand zu sehen. Dort konnten alle Teilnehmenden einen kurzen Steckbrief zu sich, ihrer Initiative oder ihrem Projekt erstellen. Die Steckbriefe dienten später als Grundlage für die Vernetzung und machten gleichzeitig sichtbar, wie vielfältig Engagement in Baden-Württemberg ist: von Generationenarbeit und Nachbarschaft über Inklusion und Teilhabe bis hin zu Mobilität und der Gestaltung von Begegnungsorten. 

Gemeinsam hinschauen: Was hilft beim Engagement vor Ort? 

Nach einem gemeinsamen Einstieg haben wir den Kurzfilm „Unsere Nachbarschaftsgespräche. Im Dialog durchs Ländle“ angeschaut. Der Film gibt Einblicke in unser Förderprogramm „Nachbarschaftsgespräche“ und zeigt, wie Menschen vor Ort miteinander ins Gespräch kommen und gemeinsam Ideen entwickeln. 

Im Anschluss entstand eine lebhafte Diskussion: Welche Erfahrungen machen Initiativen in ihrer Arbeit? Was gelingt gut und wo liegen die Herausforderungen? 

Dabei wurde deutlich, dass viele Engagierte vor ähnlichen Fragen stehen. Eine davon: Wie lassen sich weitere Menschen für ein Vorhaben gewinnen und stärker in Verantwortung bringen? 

Es stellte sich heraus, dass dabei helfen kann, frühzeitig zu fragen, was die Menschen vor Ort eigentlich bewegt. Eine Bürgerumfrage zu Beginn eines Prozesses kann beispielsweise sichtbar machen, welche Wünsche, Interessen und Fähigkeiten in einer Gemeinschaft vorhanden sind. Auch unterschiedliche Zielgruppen gezielt anzusprechen und lokale Vereine mit ins Boot zu holen, kann neue Perspektiven und Mitstreiter*innen eröffnen. 

Vernetzung heißt auch: Unterstützung finden 

Genau hier wurde der Wert von Vernetzung besonders deutlich. Denn nicht jede Initiative muss alle Aufgaben und Herausforderungen allein bewältigen. Im Austausch können fehlende Kompetenzen ergänzt, neue Mitstreiter*innen gefunden und Erfahrungen weitergegeben werden. 

So wurde beispielsweise davon berichtet, wie die Zusammenarbeit mit einem örtlichen Verein neue Unterstützung bei der Organisation eines Vorhabens ermöglichen könnte. Für eine vergleichsweise neue Gruppe kann es außerdem hilfreich sein, über den Austausch mit anderen zusätzliche Erfahrungen und Fähigkeiten zusammenzubringen. 

Gleichzeitig ging es darum, selbst Unterstützung anzunehmen und die eigenen Grenzen ernst zu nehmen. Wer sich engagiert, braucht schließlich auch Zeit und Raum für sich selbst. „Langer Atem“ und ein klarer Fokus wurden als wichtige Voraussetzungen genannt, um bei einem Vorhaben dranzubleiben. Dabei kann es helfen, sich auf zentrale Ziele zu konzentrieren, wie beispielsweise auf die Schaffung eines Raums, der langfristig als Treffpunkt für die Gemeinschaft dienen soll. 

Engagement braucht Ausdauer – und manchmal auch neue Wege 

Neben den persönlichen Herausforderungen kamen auch strukturelle Fragen zur Sprache. Wie gelingt die Zusammenarbeit zwischen Ehrenamt und Hauptamt? Wo braucht es klare Grenzen? Und wie kann die Zusammenarbeit mit Verwaltung und Kommunen gut funktionieren? 

Auch die Suche nach neuen Ehrenamtlichen beschäftigt viele Initiativen. Dabei wurde deutlich: Es geht nicht nur darum, möglichst viele Menschen für ein bestehendes Angebot zu gewinnen. Ebenso wichtig ist die Frage, wie Menschen eigene Verantwortung übernehmen und ihre Ideen einbringen können. 

Eine weitere Anregung aus dem Austausch war, den Blick auf das zu richten, was bereits gelingt. Statt ausschließlich zu benennen, was noch nicht funktioniert, kann eine positive Kommunikation dabei helfen, Fortschritte sichtbar zu machen und gemeinsame Verantwortung zu stärken. 

Vernetzung, die über die Veranstaltung hinausgeht 

Die Veranstaltung hat auch gezeigt, dass Vernetzung nicht an einem festen Veranstaltungsablauf endet. Die Steckbriefe an unserer digitalen Pinnwand bleiben auch nach der Veranstaltung sichtbar und bieten die Möglichkeit, Kontakte wiederzufinden und neue Anknüpfungspunkte zu entdecken. 

Was bewegt BW? 

Eine eindeutige Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Die Themen, an denen Menschen vor Ort arbeiten, sind unterschiedlich und genauso unterschiedlich sind die Erfahrungen und Herausforderungen, die sie mitbringen. 

Gleichzeitig wurde bei unserem Austausch deutlich, wie viele Fragen Initiativen miteinander verbinden: Wie gewinnen wir Menschen für unser Anliegen? Wie teilen wir Verantwortung? Wo brauchen wir Unterstützung? Was können wir selbst weitergeben? Und wie schaffen wir es, langfristig engagiert zu bleiben? 

Für uns hat die Veranstaltung gezeigt, wie wertvoll Räume sind, in denen solche Fragen miteinander geteilt werden können und wie wichtig es ist, Menschen zusammenzubringen, die vor Ort etwas bewegen wollen. 

Autor: Paul Killat